Kritik üben

Kritik üben?

Jede/r darf heutzutage (zumindest in einer relativ freien Gesellschaft wie der unseren) an allem und jedem Kritik üben. Wörtlich genommen – Kritik ÜBEN – weist der Begriff darauf hin, dass viele tatsächlich erst einmal Kritik üben sollten, bevor sie mit dem Kritisieren loslegen. Ich schließe mich da selbst nicht aus, und deshalb dient mir diese Sammlung kritischer Kommentare in lockerem Rhythmus als Training.

Jeder dieser Beiträge steht für sich und kann unabhängig von den anderen gelesen werden. Chronologisch ist der Start ganz unten …


11.2.2019 | Über „Burnout“

… brachte der Deutschlandfunk kürzlich (6.2.2019) eine sehr brauchbare Sendung (neudeutsch „richtig richtig gut“): https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/burnout

Im Gegensatz zu vielen Symptomlisten, nach denen man sich nahezu immer als „ausgebrannt“ definieren kann oder muss, weil jeder Mensch im „normalen Leben“ Phasen von Stress, Belastung, Erschöpfung und entsprechende Folgeerscheinungen kennt, wird hier auf einen entscheidenden zusätzlichen Faktor hingewiesen: es finden keine Erholungsphasen und Pausen mehr statt bzw. in ihnen gelingt keine Erholung mehr. Zu den gängigen Metaphern des leeren Tanks oder Akkus gehört insbesondere die Erfahrung, keine Tankstelle/Ladestation mehr nutzen zu können. Die Betroffene im Beitrag beschreibt diese Entwicklung sehr eindrücklich, inklusive des immer noch weit verbreiteten gesellschaftlichen Schweigegebots, sobald es um die persönliche Burnout-Gefahr geht; auch inklusive der gesellschaftlichen Bewertung von Burnout als „Leistungstrophäe“, mit der man besser dasteht als mit einer depressiven Erkrankung, die nach wie vor als Zeichen persönlicher Schwäche aufgefasst wird (empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang die soziologische Sicht von Neckel & Wagner 2013, die ich vor wenigen Monaten hier kommentiert habe).

So wenig eine Symptomliste ein differenziertes Bild vermitteln kann (was wäre denn der Unterschied zwischen Depression, Angst oder Schilddrüsenunterfunktion, die sich symptomatisch sehr ähneln können?), so sehr ist psychotherapeutisch zu vermuten, dass der Burnout-Entwicklung oft ein Verlust- bzw. Verunsicherungserleben zugrundeliegt: wichtige, stabilisierende Beziehungen enden, weil wichtige Menschen verloren gehen, schwer erkranken oder sterben; Erfolgserlebnisse, berufliche Anerkennung oder eigene körperliche Fähigkeiten lassen nach. All das bringt die bisher mehr oder weniger sichere Basis ins Wanken, auf der die gewohnte Leistung – vielleicht mit allzu großer Selbstverständlichkeit – erbracht wurde. Das öfters mitzubedenken, wäre lohnenswert.

20.1.2019 | „Meditation und Skepsis: kein Widerspruch!

(zu Ulrich Ott: „Meditation für Skeptiker: Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst“, O. W. Barth 2010)

Vorrede:
Versteht man unter „Skeptiker“ jemanden, der sich nicht mit metaphysischen Tautologien und inhalts­leeren Pseudo-Definitionen zufriedenstellen lässt; der nicht bereit ist, schon vorab ein Glaubensbe­kenntnis gleich welcher Richtung abzulegen, um dann vom Placebo-Effekt der eigenen Hoffnung profitieren zu dürfen; der sein Fragen auch dann nicht aufgibt, wenn ihm bereits ein gönnerhaftes „Du bist eben noch nicht so weit“ von fortgeschrittenen Erleuchtungssuchenden entgegenschallt; der ein Minimum nachvollziehbarer, selbst erlebbarer Erklärungen erwartet; der in seiner kritischen Haltung aber auch nicht gleich so weit gehen muss, alles nicht Messbare als irreal oder zumindest unwissenschaftlich zu verdammen (eine höchst unskeptische Umgangsform …) – dann ist der Titel durchaus treffend gewählt.
Eben: Meditation für den westlich-aufgeklärten Geist, erklärt von einem westlichen Geist. Genau, wie auch sonst?! Schon jener Verweis droht ins west-östliche Dualitätsdenken abzugleiten, das doch mit zunehmender Erleuchtungsnähe gerne als längst überwunden beansprucht wird. Meditation mag eine „außerordentliche Sache“ sein – aber warum müssen gerade sogenannte „Fachleute“ mit Argumentationen der Marke „man kann nicht drüber reden, solange man es nicht selbst erfahren hat“ alles dafür tun, dass sie es bleibt?
Genau davon gibt es schon genug, und der Unterschied zu jenen mystischen, lediglich alternativ­religiösen Ansätzen macht den Reiz dieses Buchs aus.
Zur Sache:
Das Buch ist übersichtlich aufgebaut, und Ott bietet in einer auch dem Anfänger praktisch nachvollziehbaren Abfolge – von der Körperhaltung über die Atmung, die Körperwahrnehmung, die Gedankenbeobachtung bis zu spirituellen Aspekten – dem Leser so viel Anleitung wie nötig und so viel Freiheit wie möglich, „selber zu machen“ bzw. zu erfahren. Die Zielsetzung bleibt jedem selbst überlassen (S. 146):
‚ Technik zur Entspannung und Stressbewältigung
‚ Mentales Training zur Schulung spezifischer Leistungen
‚ Klinische Intervention zur Bewältigung von Krankheiten
‚ Methode zur Erkenntnisgewinnung durch systematische Innenschau
‚ Asketische Praxis zur Erlangung spiritueller Einsichten.
Über Forschungsmethoden und -ergebnisse wird in einem Extrateil (ab S. 140) informiert, was dem Lesefluss und der Vertiefung in das eigentliche Thema sehr gut tut.
Schließlich gibt es eine begleitende Website, auf die im Buch verwiesen wird, die (jedenfalls nach erstem Augenschein) wohltuend informativ und wenig werbeintensiv wirkt.

28.11.2018 | Ein Titel mit hohem Anspruch …

(zu Aaron Ben Ze´ev: „Die Logik der Gefühle: Kritik der emotionalen Intelligenz“, Suhrkamp 2009)

Man quält sich ein wenig durch die ersten Kapitel, wo es m. E. zu ausführlich und redundant um „Nachweise“ geht, die es bei diesem Thema nun mal nicht wirklich gibt (eine durch Plausibilität überzeugende Theorie täte es allemal), und wird auf einige emotionale Facetten aufmerksam wie Intensität, Instabilität, Einseitigkeit, Motivation und Bewertung.
Wenn bereits auf S. 14 zum viertenmal die Grundbotschaft kommt, dass „Emotionen hochgradig abhängig von persönlichen Umständen und vom Kontext“ … und deshalb „auch persönliche Faktoren und der Kontext zu berücksichtigen sind“, dann wird die Geduld schon auf eine harte Probe gestellt – Übersetzungs- oder Lektoratsmängel? Immerhin heißt das Buch im Original „Subtelty of Emotion“ – von wegen Logik …
Die Belohnung kommt ab S. 155 in den Kapiteln 6ff, wo Ben-Ze’ev die Emotionen in Gruppen „gegeneinander antreten“ lässt und auf ihre Ähnlichkeiten hin durchleuchtet. Hier wird es spannend sowohl für Psycho-Fachleute als auch für Laien (was heißt das schon? – letztlich sind wir alle „Emotions-Fachleute“), denn man hat beim Lesen sofort eigene Erlebnisse und Reaktionen vor Augen und fängt an, sie erneut einzuordnen, evtl. auch in neue Kategorien:
Mitleid – Mitgefühl – Gnade
Zorn – Hass – Ekel – Verachtung
Liebe – Sexuelles Begehren – Dankbarkeit
Hoffnung – Furcht
Glück – Traurigkeit
Mitfreude – Schadenfreude
Stolz – Bedauern – Schuld – Verlegenheit
Hochmut – Scham
Sehr hilfreich finde ich dabei die systematische Klassifizierung der Emotionen (S. 77): geht es um die Wahrnehmung von und Reaktion auf Schicksal, Handlungen oder Persönlichkeit / bezogen auf andere oder mich selbst / um positive oder negative Bewertung der jeweilige Wahrnehmung?
Dass der Autor einen Hang zur studien-empirischen Wissenschaftlichkeit hat, entnehme ich der endlos lang anhängenden, im Text aber nicht näher vorgestellten Zitationsliste ebenso wie seinem Verzicht auf Bezüge zu psychodynamischen Ansätzen: was er als „emotionale Intelligenz“ zusammenfasst (Erkennen und Steuern von Emotionen bei sich und anderen, Empathie etc.), sind anderswo ich-strukturelle Fähigkeiten, wie sie z. B. die Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD) beschreibt.
Manche Beispiele wirken etwas an den Haaren herbeigezogen, wie z. B. der Missbrauch der Fernbedienung durch Gäste als erniedrigende Kränkung (S. 196; das Problem scheint mir doch ein anderes zu sein, wenn Gäste überhaupt eine Gelegenheit finden, mit meiner Fernbedienung zu spielen …), und die notorisch eingestreuten Zitate an den Kapitelanfängen sind teils erhellend, teils provokativ, teils ärgerlich, wenn ich mir diese emotionale Reaktion angesichts der vielen zitierten „Unbekannts“ erlauben darf.
Aber darüber lässt sich sicher diskutieren – und dafür ist das Buch eine sehr gute Anregung.

14.11.2018 | Humankapitalisten in eigener Sache: „Let’s talk about stress!“

(zu S. Neckel & G. Wagner: „Leistung und Erschöpfung: Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft“, Suhrkamp 2013)

Selbst als Psychotherapeut – früher in psychosomatischen Kliniken, jetzt niedergelassen – tätig, kenne ich vieles, was sich hinter dem Begriff „Burnout“ verbirgt, sowohl aus therapeutischer als auch aus kollegialer Perspektive, und auch die wenig befriedigenden Diskussionen um Burnout als eigenständige Diagnose oder z. B. Ausdruck einer Depression sind mir einigermaßen leidvoll bekannt. Die Vielzahl unbrauchbarer, weil oberflächlicher Ratgeber scheint mit dem inflationären Gebrauch des Wortes zu korrelieren, das mittlerweile immer öfter auch für ganz „normale“ Erschöpfungserscheinungen nach „normalen“ Anstrengungsphasen herhalten muss. Meine Skepsis angesichts des Titels von Neckel & Wagner stellte sich trotzdem schnell als unbegründet heraus, ganz im Gegenteil war ich zunehmend angetan von den einzelnen Beiträgen (die übrigens „unsoziologisch leicht“ und unabhängig voneinander lesbar sind, bei einem guten Maß an Bezugnahme und Redundanz untereinander):

1. Die Einleitung der Herausgeber klärt die soziologische Grundhaltung des Buches: kein weiterer Anlauf, Diagnosekriterien zu finden und zu begründen, oder für/gegen Burnout als Epidemie vs. Mode zu argumentieren. Ziel ist eher eine Metaperspektive auf den gesellschaftlichen und den wissenschaftlichen Umgang mit dem Phänomen. War anfangs eher ein Mangel an Selbstverwirklichung bzw. deren Verhinderung durch unflexible Strukturen als Ursache ausgemacht worden, ist es heute genau umgekehrt die institutionalisierte Forderung nach Flexibilität und Selbstorganisation: „Berufstätige sind heute gehalten, in Bezug auf ihre eigene Arbeitskraft unternehmerisch zu handeln und diese fortwährend zu optimieren“ (13).
2. Nicht mehr eine irgendwann erreichte Position definiert den individuellen Arbeitsplatz, sondern die ständig neu bewertete „Performance“ auf einer befristeten und deshalb immer wieder neu zu legitimierenden Stelle. Es könnte immer einen Besseren geben. In diesem Sinne beschreiben Voss & Weiss den „Arbeitskraftunternehmer“, ständig befasst mit Selbstkontrolle, Selbstökonomisierung und Selbstrationalisierung, mit dem Training von Innovativität, Flexibilität, Sozialkompetenz, Selbstsorge, Commitment und Emotionalität. Der Mitarbeiter soll „sich selbst führen“ (prima: endlich ist jede/r eine Führungskraft!) und ist für Erfolg oder Misserfolg allein verantwortlich – aber bitte immer im Sinne der Betriebsziele.
3. Thunman berichtet auf der Basis dieser These über eine qualitative Studie: „Selbstverwirklichung in und durch die Arbeit ist von einer Forderung der Subjekte zu einer gesellschaftlichen Anforderung geworden“ (58). So wird aus der angestrebten Ermächtigung der Arbeitnehmer eine perfektionierte (Selbst-) Ausbeutung, aus der Suche nach „Authentizität“ (kein wirklich hilfreicher Begriff, wie ich finde) ein „standardisiertes Muster der Identitätsfindung“ (nach Honneth) – mit standardisiertem Ergebnis, möchte man hinzufügen. Die entgegengesetzte „freie Selbstverwirklichung … in einem Prozess des Experimentierens“ kommt da freilich zu kurz: „Wir sollten flexibel und kreativ sein, durften aber nie widersprechen. Wir durften keine eigenen Ideen haben“ (76). Unhaltbar erscheint mir nur die Gleichung „Authentizität als Verwirklichung altruistischer Werte“, tautologisch die Erklärung: „Ihr Wunsch, in der und durch die Arbeit authentisch zu sein, hängt eng mit der Absicht zusammen, Werten zu entsprechen, die ihnen persönlich wichtig sind“ (66). Auch die schließlich nur angedeutete Lösung, „das Arbeitsleben wahrhaft demokratisch zu gestalten“ (83) wirkt eher hilflos-idealistisch.
4. Ein Kapitel über „erschöpfte Prominenz“ (Titton) am Beispiel von Miriam Meckel und Ralf Rangnick verdeutlicht, wie selbst der Zusammenbruch in die „High-Performance“-Dynamik eingebaut und dadurch neutralisiert werden kann: die Medienprofessionelle nutzt die Krise vorbildlich als Gelegenheit, auch damit ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu gelangen; der Trainer nimmt sie als rein körperlichen Leistungsbeweis und bestenfalls als Motivation für Ernährungsumstellung und regelmäßigen Sport. Und weiter geht’s …
5. Historisch gesehen (Kury) erweisen sich Neurasthenie, Managerkrankheit und Burnout als „Problem der Eliten“ (116), das dem Betroffenen sogar Anerkennung und Bewunderung seiner Umwelt sichert: „Im Vergleich zur Depression bildet Burnout so etwas wie die erfolgreichere Variante des ‚erschöpften Selbst’“ (121). Paradox nur: die „Demokratisierung von Belastungserfahrungen“ (denn jede/r will und soll heute erfolgreich sein und darf das anhand von Stress-Symptomen belegen) führt über die Fixierung des Ratgeber-Blicks auf den Einzelnen gleichzeitig zur „Entvergesellschaftung gesellschaftlicher Problemlagen“ (125).
6. Heinemann & Heinemann argumentieren, „dass aktuelle medizinische und neuropsychologische Studien zur Unbestimmtheit und Ambivalenz der Diagnose beitragen, die sie eigentlich zu klären beabsichtigen … Fragen nach der gesellschaftlichen Funktion und Bedeutung von Burnout werden nicht gestellt“ (130f); z. B. biete gerade der Zwischenzustand, dass Burnout bislang nicht als echte Krankheit anerkannt wird, „die Möglichkeit, ohne Stigmatisierung durch den Makel einer psychischen Störung über psychische Probleme zu sprechen und sich zu ihnen zu bekennen“ (131). Studien reproduzieren das Dilemma, „wie man Untersuchungen zu den Ursachen einer Symptomatik durchführen kann, wenn gleichzeitig keine einheitlichen Diagnosekriterien für den zu untersuchenden Zustand existieren“ (133).
7. Auch Vogelmann befasst sich mit den Folgen einer „nichtexistenten“ Krankheit für diejenigen, die sie haben …
8. … bevor Haubl und Bröckling die Tücken der gängigen Burnout-Metaphorik (Ausbrennen – leerer Akku – leerer Tank – Hamsterrad) und ihre Funktion sehr gekonnt aufs Korn nehmen: mit Burnout als „Erkrankung der Leistungsträger und der Starken“ (180) kann man „immer noch auf diejenigen (Depressive und Schwache – d. Rez.) herabblicken, die gar nicht erst bis an ihre Grenzen gehen. Das trotzig-stolze ’nur wer gebrannt hat, kann auch ausbrennen‘, das die Differenz zur depressiven Antriebslosigkeit markieren soll, bekräftigt die Norm der Leistung ohne Limit noch in der Feststellung, an ihr gescheitert zu sein“ (182f). „So hetzt man in der Klinik von Entspannung zu Entspannung, setzt sich unter Druck, sich nicht unter Druck zu setzen“ (188) und landet „bestenfalls in einem Erschöpfungssyndrom zweiter Ordnung“ (189) – „Am Ende weiß man nicht, was man mehr fürchten soll, die Zeitkrankheit oder die Vorschläge zu ihrer Therapie“ (198).

Neckel & Wagner runden mit „Burnout als Innovation“/“Erschöpfung als schöpferische Zerstörung“ eine breit gefächerte Anregung zur Diskussion des Burnout-Komplexes ab, der man – auch als professioneller Helfer – nur wünschen kann, dass sie viele Teilnehmer und Fortsetzungen finden wird. Denn bisher kommt sie im Rahmen der üblichen Ratgeber- und Fachliteratur und ihrer individualisierenden Problem-Lösungs-Reflexe meist zu kurz, ebenso wie die Kritik an empirischen Forschungsansätzen, die ein Phänomen ergründen wollen, ohne es vorab genau beschreiben zu können.

Weiter so?!

31.10.2018 | Vergleichen schadet

“Je größer der relative Wohlstand aller ist, desto schlechter fühlt sich der Einzelne, solange er nicht ganz oben ist. In einer scheinbar befriedeten Gesellschaft vergleicht sich jeder mit jedem ganz ungeschützt, ohne sich der selbstschädigenden Konsequenzen des Vergleichens bewusst zu sein. Mit anderen Worten: Es wird fortgehend mehr frei flottierende Unzufriedenheit in die Welt gesetzt, als mit den bestehenden Mitteln der Befriedigung gebunden werden kann“ (P. Sloterdijk, NZZ 2018).

Auch keine Lösung dagegen bietet der Suhrkamp-Verlag in einem scheinbar besonders handlichen Büchlein unter dem Titel „Ungleichheit: Warum wir nicht alle gleich viel haben müssen“, wo er dem Leser von Harry G. Frankfurt (2016)  auf knapp 100 Seiten ungefähr gefühlte 220 mal die These „Gleichheit ist kein moralischer Wert an sich“ einbläuen lässt. Vielmehr drängt sich mir die Frage auf, ob das die fortschrittlich-amerikanische Art ist, von niemandem gestellte lebensphilosophische Fragen zu beantworten, oder ob es mit der allgemeinen modernen Konzentrationsunfähigkeit zu tun hat.
Spätestens nach einem Viertel des Textes möchte man rufen: „Jaha, ich hab’s kapihiert!“ Aha, es kommt also nicht darauf an, sich mit anderen zu vergleichen und angesichts der Diskrepanz über Ungleichheit zu klagen, sondern darauf, den eigenen Bedarf für ein gutes Leben unabhängig von dem (Bedarf, Besitz oder Leben) anderer herauszufinden. Einverstanden. Soll auch in Sachen Zufriedenheit mit der eigenen Gehaltseinstufung schon oft geholfen haben.
Völlig diffus wird es, wenn der Autor (ebenso redundant, ab S. 60) tautologisch seine Einsicht formuliert, „dass der Wunsch, glücklich oder einverstanden oder zufrieden mit seinem Leben zu sein, ein Wunsch nach einem zufriedenstellenden Grad an Zufriedenheit ist – und nicht der Wunsch, den eigenen Grad an Zufriedenheit zu maximieren“ (S. 65).
Mein neues Ziel im Leben: mit einer zufriedenstellenden Zufriedenheit zufrieden zu sein. Und wenn es soweit ist, ein Buch zu schreiben mit dem Titel: „Warum die Welt so ist wie sie ist und nicht so, wie wir – wer auch immer „Wir“ ist – sie gerne hätten, und warum ich das so doll weiß und es jetzt dringend allen mitteilen muss“.

Also: nicht vergleichen.

17.10.2018 | …

Tun sich Menschen in Gruppen zusammen, verfolgen sie oft ein bestimmtes gemeinsames Ziel oder Programm und bezeugen dieses im Namen ihres Vereins. Vorbildhaft dafür sind politische Parteien. Vorbildhaft leider auch dafür, dass der Name mit dem Handeln oft herzlich wenig – schlimmstenfalls das Gegenteil zu tun hat: die unsoziale SPD mit ihrer schon notorisch undemokratischen Vorsitzendenauswahl; die unchristliche CSU; die alternativenlose AfD.

Eigentlich unverdächtig in diesem Zusammenhang und sicherlich nur mit guten Absichten unterwegs sind die KollegInnen der “Gewaltfreien Kommunikation (GfK)“. Der Name provoziert aber Fragen: warum bedient man sich – wenn auch negierend – der „Gewalt“ in der Selbstbenennung und findet keine an sich konstruktive Bezeichnung? Und wozu diese Doppelung, die in den beiden Wörtern steckt? Kommunikation ist immer gewaltfrei, sonst ist sie keine Kommunikation. Vermutlich hat das auch Habermas in seiner „Theorie des kommunikativen Handelns“ so vertreten, hätte er zumindest sollen. Von Reemtsma stammt dazu der Buchtitel, der alles klarstellt: „Die Gewalt spricht nicht“. Allgemeiner: die Gewalt kommuniziert nicht. Herrscht Gewalt, hat Kommunikation aufgehört.

Weiter sprechen.

3.10.2018 | Sinn

Leider kein besonders sinnvoller Kauf: „Der Sinn des Lebens“ von Terry Eagleton. Für eine kurze und sehr oberflächliche Einführung in die Geschichte der philosophischen Versuche, der Frage nach dem Lebenssinn auf den Grund zu gehen, mag dieses Buch taugen, aber Antworten – gar „überraschende und inspirierende“, wie der Klappentext behauptet – finden sich nicht. Man hätte stutzig werden können und sollen, wenn die Werbung das Buch zugleich als „unmöglich, aufregend, demütig, heiter, großartig, geistreich, kritisch und vergnüglich“ anpreist …
„Zum Glück (wessen?! d. Rez.) ist Terry Eagleton kein Philosoph“ – eher schade. Nach den ersten drei Kapiteln fragte ich mich eher nach dem Sinn und Zusammenhang der sehr häufigen und unmotivierten Perspektivwechsel, die der Autor vornimmt.  Und plötzlich tauchen da zwischen Nietzsche, Freud und Wittgenstein – die hier immer gut hineinpassen – der moderne Kapitalismus und die Amerikaner im Irak auf. Offenbar ging es dem Autor darum, neben historischen Eindrücken auch erkenntnistheoretische und dann wieder aktuelle Bezüge einfließen zu lassen. Das Projekt musste an der Kürze der Abhandlung scheitern. So bleibt der Eindruck, einem netten englischen Literaturprofessor beim freien Assoziieren über den Inhalt seiner reichhaltigen Bibliothek zugehört zu haben. Genau so könnte das Buch tatsächlich entstanden sein.
Aber ob das der Sinn war?!

Auch professoral, aber eindeutig spannender: John Williams – Stoner. Ein in seiner Trostlosigkeit berührendes und bewegendes Buch, das den familiären und akademischen Lebensweg des Literatur-Professors William Stoner in der US-Provinz erzählt (wobei „Erzählen“ falsche Erwartungen einer lebendigen Story weckt). Beim Tod seines verehrten Lehrers ist S. „davon überzeugt, dass Sloane in einem Augenblick der Verärgerung und Verzweiflung sein Herz willentlich zum Stehen gebracht hatte, gleichsam in einer letzten stummen Geste der Liebe und Verachtung für eine Welt, die ihn so umfassend verraten hatte, dass er es nicht länger ertragen konnte“ (114). Es scheint, als sei der Lehrer auch für das Lebensende Stoners (unerreichtes) Vorbild: er selbst schafft diesen Willensakt nicht… (mehr darf man in einer Rezension nicht verraten). Nur an vier Stellen ist er aktiv an der Gestaltung seines eigenen Lebens beteiligt: beim Studienfachwechsel, bei der Ablehnung eines Prüflings (zu sehr hohem Preis), bei der Affäre mit einer jungen Kollegin und bei der Entscheidung über seine alten Seminare bzw. über seinen Pensionsbeginn. Aber vielleicht ist das schon vergleichsweise viel Selbst-Gestaltung?!

Weiter fragen?!

27.9.2018 | Narzissmus und kein Ende

Zu einer „Buchbesprechung“ im Deutschen Ärzteblatt (PP) – https://www.aerzteblatt.de/archiv/200280/Wolfgang-Schmidbauer-Vom-Psychoanalytiker-zum-Weltweisen

Nichts erfahre ich als potentieller Leser über das „besprochene“ Buch, viel dagegen über die Herren Moser und Schmidbauer (sensu Moser). Moser will lästern – das verdeutlicht das ungefragte Dementi in der Mitte des Artikels – und tut es auf pubertärste Art. Oder wollte er eines der „Geheimnisse der Kränkung“, eines der „Rätsel des Narzissmus“ am eigenen Beispiel veranschaulichen? Das wäre dann kaum gelungen: inhaltlich wegen seiner zwischen kryptisch und nichtssagend pendelnden Andeutungen nicht, und formal leider auch nicht angesichts der hohen Dichte an grammatischen und Satzbau-Fehlern, falschen Bezügen und einfach verschwurbelten Sätzen in diesem quantitativ wie qualitativ überschaubaren Text.
Von der Redaktion dieser Zeitschrift wünschte ich mir, ein Mindestmaß an Zeit fürs Lektorieren solcher Artikel (auch von scheinbar bewährten alten Autoren) aufzuwenden, um ähnliche Peinlichkeiten zukünftig zu vermeiden.

Schreiben üben.

18.9.2018 | Kein Therapieerfolg – leider auch kein Lektüreerfolg!

Auch das real-deutsche Psychotherapeutenmilieu ist längst ins Krimi-Genre („Narzissmus brutal“ – Braun & Hammer 2014) integriert. Nachdem mit Allgäu-, Eifel- und diversen Städtekrimis die Lokalkolorite abgedeckt sind, müssen nun die unterschiedlichsten Berufsfelder herhalten – bleibt abzuwarten, welcher Bezirksschornsteinfeger, Bäckergeselle oder Museumsaufpasser demnächst zum Sonderermittler aufsteigt.
Konkret: der Einblick ins therapeutische Ambiente mit Antragsfrust, kollegialen Gesprächen und (fast) ständiger Selbstreflektion ist realistisch, das Heile-Welt-Familienleben des Therapeuten B. als Gegenpol zum gewalttätigen, beziehungslosen, gefühlskalten Leben des Patienten W. erscheint dagegen sehr dick auftgetragen. Die innere Dynamik des narzisstischen Patienten mit seinen Macht- und Größenfantasien, seinen selbst erlittenen Übergriffen, seinen immer nur kurz anhaltenden und suchtartigen „Erfolgs“-Erlebnissen auf Kosten anderer Menschen (tatsächlich brutal!) wird gut nachvollziehbar, wobei die Frage offen bleibt, warum so jemand eigentlich eine Psychotherapie beginnt.
Beim Innenleben des Therapeuten B. beschränken sich die Autoren schon sehr penetrant auf ihre sehr abstrakte Idee der „Quellenamnesie“ und der Aufdeckung einer eigenen traumatischen Erinnerung – man hätte sich ein bisschen mehr als die verhaltenstherapeutischen Klischees gewünscht.
Dass hier Psychologen, aber keine Krimiautoren am Werk waren, merkt man spätestens auch daran, dass die Zusammenhänge – B. sucht „irgendetwas“ und findet prompt die Versteckskizze der Entführer etc. – allzu sehr an den ungepflegten Haaren herbeigezogen sind.

Ich habe das Buch mit zunehmendem Bedauern zu Ende gelesen, für eine Weiterempfehlung reicht es damit nicht.

Weiter schreiben ?!

9.9.2018 | Wolf Haas – Das Wetter vor 15 Jahren (2008, dtv)

„Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat“ lautet der Titel eines Buchs von Pierre Bayard, das Händler wie Amazon eigentlich längst in die Pleite hätte treiben müssen. Variation: Bücher lesen, die es gar nicht gibt – was für diesen untypischen Haas (kein Krimi, kein Brenner …) gelten könnte. Genauer gesagt, Besprechungen von Büchern lesen, die es gar nicht gibt. Anfangs wartest Du noch darauf, dass der eigentliche Text nach dem Interview endlich beginnt, bis Du merkst, das Interview IST der Text. Und der wird dann doch irgendwie Haas-typisch: ellenlange Beschreibungen vollkommen nebensächlich erscheinender Inhalte, die tatsächlich gar nicht inhaltlich packen sollen, sondern der Verlangsamung des schlingenden lesenden Geistes dienen, auf dass er merkt, wie viel Überflüssiges er schon intus hat.

Man kann das langweilig finden, aber entspricht es nicht manch zähen Phasen des eigenen Lebens?

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23.8.2018 | Erwachsenensprache II

Im gleichen Kapitel (Pfaller 2018, S. 55 ff) kritisiert er das „für die political correctness grundlegende Prinzip: ´Wer sich verletzt, beleidigt, etc. fühlt, hat recht´“ und die allzu schnelle Neigung sich als empathisch verstehender Menschen, sich auf die empörte, und damit scheinbar schon richtige, Seite zu schlagen.

Aber: „Man muss … fähig sein, einzusehen, dass bestimmte Worte in einem bestimmten Kontext nicht nur nicht beleidigend gemeint waren, sondern es auch nicht sind, und dass man mit seiner beleidigten Empfindung im Irrtum war. (…) Nur bei Entmündigten zählt nichts als deren Empfindung. (…) Nur derart infantilisierte Wesen sind nicht in der Lage, zwischen wirklichen Traumata und all dem gewöhnlichen Ungemach zu unterscheiden, das zum Leben – wie erwachsene Menschen einzusehen vermögen – eben gehört. (…) Eine entscheidende, für das Erwachsenwerden unumgängliche Einsicht besteht darin, zu erkennen, dass sich bestimmte Widrigkeiten im Leben nicht vermeiden lassen – dass sie also sozusagen für das Leben `essentiell´ sind.“.

Wie schön auch (aus psychotherapeutischer Sicht), vom Philosophen an dieser Stelle an die zentrale psychische Fähigkeit zur „Triangulierung“ als hilfreich-distanzierendes „Hinzutreten einer dritten Blickposition“ erinnert zu werden, die im Eifer des modernen Opfer-Täter-Gefechts immer mehr verlorenzugehen scheint.

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12.8.2018 | Political Correctness – nichts für Erwachsene

Mein Unbehagen mit dem Phänomen „PC“ fand ich jüngst im neuen Buch des österreichischen Philosophen Robert Pfaller – „Erwachsenensprache“ (2018, S. 40) – auf den Punkt gebracht. Aus Bequemlichkeit sei er hier zitiert:

„Political Correctness ist ein Sprachspiel unter Privilegierten, das sich in der Regel in Abwesenheit derer vollzieht, um die es dabei eigentlich geht. So, wie es Antisemitismus ohne Juden und Rassismus ohne Rassen gibt, gibt es auch Antidiskriminierungsdiskurse ohne Diskriminierte. Meist ergeht der Vorwurf mangelnder politischer Korrektheit von einem nichtdiskriminierten Angehörigen aus den Mittelschichten an einen anderen. Die Figur der diskriminierten oder benachteiligten Person spielt dabei lediglich die Rolle einer Geisel, durch deren Kaperung sich der eine halbwegs Privilegierte gegenüber dem anderen einen Vorteil verschafft.

Dies ist das Ergebnis verschärfter Konkurrenz unter Mittelstandsangehörigen. Durch die neoliberale Verteilung des Reichtums nach ganz oben ist der Platz in der Mitte knapper geworden. Darum beginnen die Aspiranten, Distinktionskämpfe zu führen, um lästige Mitstreiter auszuschalten. Politisch korrekter Sprachgebrauch ist – ebenso wie Charity, ethical Fashion, ökologisches Einkaufen und veganes Kochen – vor allem und zu allererst ein Distinktionskapital; eine Waffe, mit deren Hilfe man mehr oder weniger Gleichgestellte wirksam zu Ungleichen machen kann. Auch daher kommt es, dass die Bemühungen um Korrektheit nie ein zufriedenstellendes Ende finden: Denn das kostbare Gut des angemessenen Benennens muss immer weiter verknappt werden, damit man weitere Konkurrenten deklassieren kann.“

Die Sprache wird, in einem ewigen Überbietungswettbewerb, „verschönert“, jedoch nicht wirklich, wie kläglich scheiternde Sprechversuche mit Binnen-I, Unter_strich oder LGBTQ-* beweisen. Und der Anspruch an sich selbst oder (meist lieber) andere, korrekt zu sprechen, ist das Gegenteil von emanzipiert in einem erwachsenen Sinne.

Weiter sprechen …

1.8.2018 | Anders ist schön? – Schön ist anders!

Die Internet-Präsenz meines früheren Arbeitgebers – der Helios-Kliniken – ist jetzt erneuert, „relaunched“, verschönert. Meint man vermutlich bei Helios. Es sind jetzt auch nicht mehr die Helios-Kliniken, die dort vorgestellt werden, sondern es ist die „Helios-Gesundheit“, die sich dort in beliebiger Gestaltlosigkeit präsentiert. Wenn man beabsichtigte, sich möglichst nichtssagend und ästhetisch darzustellen, dann ist das m. E. zur Hälfte gelungen: mit deutlich größerem Text wird inhaltlich deutlich weniger bzw. nichts mehr mitgeteilt. Schöner ist es nicht geworden, da hilft auch der (digital besonders dämliche) Anstrich mit „frischen Farben“ nicht. Ein markantes Beispiel des Mottos „Inhalt folgt Form“, und leider auch Ausdruck einer Entwicklung, durch die die Arbeit in den Kliniken jede Kreativität und Beziehungsorientierung verloren hat, aber viel ins Aufhübschen der „Schauseite“ eines Unternehmens (S. Kühl) investiert wird.

Weiter verschönern!

9.7.2018 | Tiefenpsychologie und Traumatherapie

Unter dem Betreff „Tiefenpsychologische Therapie“ und mit Bezug auf meine Webinfo dazu schrieb mir Anfang 2018 jemand unter Verwendung des Namens „Regine Hirschmann“ im Mailabsender (jede Regine Hirschmann muss einem dafür leid tun, dass ihr Name für solche Zwecke missbraucht wird – die eine, die evtl. tatsächlich dahintersteckt, darf sich zu recht schämen und zugleich freuen, dass ich den Namen doch ein wenig verfremdet habe):

„Sehr geehrter Herr Bracke, Wie kann jemand, der Traumatherapie (#metoo) anbietet mit Freuds Theorie arbeiten? Eine auf Sexualtrieb ausgerichtete Therapie. Da kommt es mir echt hoch, wenn ich das lese. Und das lassen Sie dann einfließen inIhre (sic!) Traumatherapie? MfG“

Viele der Impulse, die mir dabei hochkommen (um im Bild zu bleiben), können hier gar nicht wiedergegeben werden. Besser, ich schlucke sie gleich wieder hinunter. Welche Antwort bliebe mir übrig, wenn ich denn antworten wollte?

a) Na, da haben Sie wohl wirklich die Weisheit mit Löffeln gefressen (allerdings eine wichtige Zutat weggelassen: Differenzierungsfähigkeit) und mir schön auf die Schuhe gekotzt! Aber: Freuds Theorie (und sein Menschenbild) ist nicht zugleich die Therapie, diese ist nicht „auf Sexualtrieb ausgerichtet“, und mal eben gut 100 Jahre der Auseinandersetzung mit ihr unter den Tisch fallen zu lassen, ist auch eine Leistung, aber eine schwache! Außerdem, was hat Traumatherapie mit #metoo, einer mediengehypeten Bekenntniswelle von der falschen Seite, nämlich von denjenigen, die es sich (mittlerweile) leisten können, zu tun? Meine Trauma-Patientinnen würden sich sicher nicht in einem Atemzug damit nennen lassen wollen.

b) Gut (kann er damit arbeiten)! Denn er kann hinter den traumatischen Verletzungen auch die verschütteten Bedürfnisse, Sehnsüchte, Wünsche und Gefühle der Patienten erahnen, die aufgrund der erlebten Gewalt und des später nötigen Selbstschutzes keinen Raum mehr erhielten. Ja, vielleicht auch sexuelle, aber sicher vorher viele andere.

c) Was beabsichtigen Sie mit Ihrer „Kritik“? Sollen alle tiefenpsychologisch arbeitenden Therapeuten (welche – vorzugsweise naive oder verräterische – Rolle spielen eigentlich die weiblichen Kolleginnen dabei?) jetzt erst einmal öffentlich der Freudschen Theorie abschwören? Freuds Bücher verbrennen? Oder ihre Finger von jeglicher Traumatherapie lassen? Würden Sie das auch Frau Reddemann, den Herren Sachsse oder Seidler empfehlen?

d) Anonym kotzt sich immer gut. Ist der Name R. H. überhaupt echt? Steckt dahinter eine schlecht behandelte Patientin oder eine frustrierte Kollegin? Mich so undifferenziert anzugiften, ohne den eigenen Hintergrund auch nur ein wenig zu lüften, ist unfair und unwürdig. Vielleicht hat die Schreiberin (?) das am Ende auch gespürt und deshalb von einer Unterschrift abgesehen…

Weiter üben!